Einführung Dekan Kreh

„Mit offenen Ohren hören, was andere Menschen brauchen“

Amtseinführung von Dekan Kreh

Die Starkenburger Pröpstin Karin Held hat den neuen Dekan des Evangelischen Dekanats Bergstraße, Arno Kreh, in sein Amt eingeführt. Bei dem Festgottesdienst in der voll besetzten Kirche von Schwanheim bezeichnete sie ihn als „geistlichen Architekten“, der gemeinsam mit anderen an dem „Dekanatsbauplatz“ arbeite und dabei das Ganze im Blick haben müsse.

v.l.n.r. Präses der Kirchensynode Dr. Ulrich Oelschläger, der Bergsträßer Präses Dr. Michael Wörner, Annette Claar-Kreh, Arno Kreh

Seine erste Predigt als Dekan war keine „Regierungserklärung“ mit konkret benannten Vorhaben. In der Auslegung des Predigttextes aus dem 1. Korintherbrief (2,1-10) machte Arno Kreh vielmehr deutlich, auf welcher Grundlage er sein Amt wahrnehmen wolle. Der Glauben verschaffe einen neuen Blick auf die Welt. Durch den Glauben könnten wir die Welt mit anderen Augen sehen und auch erkennen, was sonst übersehen werde. „Wir wollen als Dekanat Kirche gemeinsam gestalten und Menschen zum Leben ermächtigen“, sagte der neue Bergsträßer Dekan. Die Weisheit Gottes stifte Gemeinschaft über den eigenen Kirchturm hinaus. Das ermögliche „mit offenen Ohren zu hören, was andere Menschen brauchen“, sei es bei der Hospizarbeit, der Tafelarbeit, den Diakoniestationen, bei dem Einsatz gegen Rechtsradikalismus oder einer Willkommenskultur für Flüchtlinge.

An dem Festgottesdienst wirkten auch der stellvertretende Dekan Hermann Birschel mit sowie Hannah Böhnisch vom Kirchenvorstand in Groß-Umstadt und der Kranichsteiner Pfarrer  Dietmar Volke, ein langjähriger Weggefährte Arno Krehs. Fürbitten sprachen Pfarrer Birschel, Margit Hechler vom Kirchenvorstand in Schwanheim sowie Beate Schuhmacher-Ries, Referentin im Heppenheimer Haus der Kirche. Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst von Propsteikantor Konja Voll an der Orgel und von einem beeindruckenden Spontanchor aus verschiedenen Gemeinden und Kantoreien, der von Dekanatskantor Klaus Thielitz geleitet wurde.

Zu dem Einführungsgottesdienst in der voll besetzten evangelischen Kirche von Schwanheim waren auch zahlreiche Gäste aus der Kirchengemeinde Groß-Umstadt im Dekanat Vorderer Odenwald gekommen, in der Arno Kreh zuletzt 17 Jahre als Gemeindepfarrer tätig war. Dass sogar Gemeindemitglieder aus Cleeberg und Espa im Dekanat Wetterau, seiner ersten Station als Pfarrer, anwesend waren, unterstreicht, wie sehr der 56jährige geschätzt wird.

Das kam auch in den Grußworten beim anschließenden Empfang zum Ausdruck. So bedauerte es der Präses der Kirchensynode der EKHN, Dr. Ulrich Oelschläger, dass Arno Kreh jetzt nicht mehr stellvertretender Vorsitzender des Finanzausschusses der Synode sein könne. „Wo gibt es sonst einen Pfarrer, der zugleich gelernter Bankkaufmann ist“, betonte Oelschläger. Die beiden katholischen Dekane, Hans Georg Geilersdörfer (Dekanat Bergstraße-Ost) und Thomas Meurer (Dekanat  Bergstraße-Mitte) boten dem evangelischen Dekan ein „freundliches Miteinander“ an und eine Fortsetzung der „wunderbaren ökumenischen Zusammenarbeit“ etwa beim Schutz des Sonntags. Als Geschenk überreichten sie dem Fußball-Fan Kreh eine kleine Torwand für den Schreibisch.

„Sonntagsschutz bleibt genauso wichtig wie die Armutsbekämpfung – das ist unsere gemeinsame Sprache“, sagte der Präses des Evangelischen Dekanats Vorderer Odenwald, Dr. Michael Vollmer. Er beschrieb Arno Kreh als politisch denkenden und handelnden Menschen. Weil sich aus dem Vorderen Odenwald gleich zwei Pfarrer für das Amt des Bergsträßer Dekans beworben hatten und die Einführung noch dazu in Schwanheim und damit bei Pfarrer Hans-Joachim Greifenstein, der zuvor im Vorderen Odenwald tätig war, stattfindet, stellte Vollmer fest: „Die Bergstraße übt auf Vordere Odenwälder eine kolossale Anziehungskraft aus.“

In ihrem Grußwort für das Zentrum Gesellschaftliche Verantwortung der EKHN in Mainz hob Dr. Brigitte Bertelmann ebenfalls den Sonntagsschutz hervor, für den sich Zentrum wie Dekanat gleichermaßen engagierten. Bertelmann, die seit Jahren eng mit Arno Kreh zusammenarbeitet, sprach von seiner „friedlichen, offenen, sachlichen und ruhigen Art“ und seiner Fähigkeit, „die richtigen Fragen zu stellen“. Die Leiterin des Diakonischen Werks Bergstraße, Brigitte Walz-Kelbel, überreichte dem Dekan einen Regenschirm als Symbol für zwei aktuelle Arbeitsschwerpunkte der Diakonie: die Wohnungslosenhilfe, die immer mehr junge Menschen betreut und die Arbeit mit  inzwischen 800 Flüchtlingen im Kreisgebiet. Tendenz: weiter steigend.

Für die Nachbardekanate hieß Dekan Joachim Meyer vom Dekanat Vorderen Odenwald Arno Kreh in der Starkenburger Leitungsrunde willkommen. Er dankte zugleich dem stellvertretenden Bergsträßer Dekan, Hermann Birschel, der fast ein Jahr lang das Dekanat kommissarisch leitete. Stellvertretend für den Landrat des Kreises Bergstraße unterstrich der Kreisbeigeordnete Kurt Knapp die gute Zusammenarbeit des Landkreises mit den Kirchen. Das solle fortgesetzt werden.

Für das Evangelische Dekanat Bergstraße übereichte Präses Dr. Michael Wörner  einen Zuschuss für eine Orientierungshilfe. Gemeint ist ein Navi für das Auto, das zielsicher den Weg zu den 34 Kirchengemeinden im  Dekanat weise. Dem neuen Präses Michael Wörner (Einhausen) und der neuen stellvertretende Präses Irmgard Wagner (Zwingenberg) hatte Pröpstin Held zuvor im Gottesdienst einen Segenszuspruch erteilt.

Die Pröpstin hatte zudem auszugsweise Passagen aus der Kirchenordnung vorgelesen, die die Aufgaben eines Dekans beschreiben. Arno Kreh meinte dazu abschließend, da werde ihm ganz bange. Mit seinem Schlussappell, „ich schaffe es nicht allein; es ist wichtig, dass Sie alle an meiner Seite stehen“, streckte er die Hand zur Zusammenarbeit ganz weit aus.