Waldweihnacht auf dem Feld in Schwanheim am 24.12.2020

(Foto: Bergsträßer Anzeiger / Funck)

Artikel von Thomas Tritsch im Bergsträßer Anzeiger am 28.12.2020

Rund 150 Gäste haben an Heiligabend den Familiengottesdienst am Schwanheimer Sportplatz besucht. Auf der Wiese gegenüber dem Forsthaus auf der L3345 Richtung Jägersburger Wald war reichlich Platz, um die Corona-Bedingungen einhalten zu können. Die Anmeldungen wurden am Einlass kontrolliert. Auf dem abgesteckten Areal galt Maskenpflicht, auf gemeinsamen Gesang musste verzichtet werden.

Dennoch kam auf dem feuchten Grasland mehr als nur ein bisschen Weihnachtsstimmung auf. Der neue Schwanheimer Pfarrer Christian Ferber und seine Frau Katrin Hildebrand (Pfarrerin ein Einhausen) haben es verstanden, trotz gedrosselter Emotionen und kollektiver Stille eine bewegende Inszenierung zu gestalten. Das digitale Kooperationskonzept zwischen den Bergsträßer Gemeinden – Ferber betreut auch noch die Kirchengemeinden Langwaden, Fehlheim und Rodau – hat bereits auf Youtube viele Freunde gefunden.

Mit ihren kleinen Geschichten wollen die Seelsorger zum Nachdenken anregen und gerade in schwierigen Zeiten Mut machen und Trost spenden. Für den knapp einstündigen Gottesdienst zu Heiligabend haben sie sich mit einem Puppenspiel auf die Suche nach der christlichen Botschaft gemacht: Zwei Kinder fragen sich, wie sich Gott auf Erden zeigt.
Entlang der Weihnachtsgeschichte nach Lukas finden sie heraus, dass er sich zu jenem Kind in der Krippe klein macht und sich damit denen gleichstellt, für die er gekommen ist.

Das Spiel war kurzweilig und plastisch erzählt, mit zeitgenössischen Anmerkungen gewürzt (wegen Corona konnte nur einer der Heiligen Drei Könige anreisen) und von musikalischen Beiträgen garniert. Die ausgebildete Sängerin Ramona Schmöker begleitete den Gottesdienst mit weihnachtlichen Liedern neben Christian Ferber am Keyboard.

Katrin Hildebrand verwies auf die Hoffnung, die das zarte und verletzliche Jesuskind auf Erden vermittelt. Sie zitierte eine Passage des Propheten Micha, die lautet: „Er wird kommen und der Friede sein“.
Die Sehnsucht nach Frieden und Gemeinschaft sei ein verbindender Moment während der Pandemie, die von Distanz und Isolation geprägt ist.
Der Gottesdienst zeige, dass die Menschen trotz Abstand miteinander verbunden sein können.
Die Pfarrerin dankte der Gemeinde, dass diese Form der Zusammenkunft trotz der schwierigen Umstände ermöglicht wurde.

Sie lenkte das Augenmerk aber auch auf die positiven Augenblicke im Corona-Jahr. „Es gab Glück, Solidarität und neues Leben“. Und das Weihnachtsfest sage „Ja“: Es gehe jetzt darum, sich auf das Neue, das Unbekannte einzulassen und voller Zuversicht auf 2021 zu blicken. Das neugeborene Kind in der Krippe sei auch ein Symbol des hoffnungsvollen Neubeginns.

Nach dem Familiengottesdienst fand auf dem Freigelände eine Christvesper mit Pfarrer Ferber statt. Das Areal war für maximal 250 Personen zugelassen.