Handlungsempfehlungen der Kirchenleitung

VERZICHT AUF GOTTESDIENSTE UND VERANSTALTUNGEN

Der Handlungsanweisung durch Bund und Länder zur Vermeidung der Ausbreitung des Coronavirus ist unbedingt nachzukommen. Das bedeutet, dass bis auf Weiteres in den Kirchengemeinden keine Gottesdienste gefeiert werden können. Es ist davon auszugehen, dass dies in den nächsten Wochen – auch über Ostern hinaus bis mindestens 30. April – so sein wird. Entsprechend dieser Regelung ist auch jede andere Form einer Zusammenkunft in Kirchen untersagt. Gegenwärtig ist das stille Gebet einzelner Menschen in Kirchen noch möglich. Dabei wird vorausgesetzt, dass allgemeine Vorsichtsmaßnahmen wie der Abstand zu anderen Einzelnen eingehalten werden.
 
Darüber hinaus sind alle Veranstaltungen in den Kirchengemeinden und Dekanaten, bei denen sich Menschen begegnen, abzusagen. Das schließt nicht nur öffentliche Veranstaltungen, sondern auch alle gemeindlichen Kreise sowie Sitzungen ein.

TAUFEN, TRAUUNGEN, KONFIRMATIONSFEIERN

Auch gottesdienstliche Feiern zur Taufe, Trauung und Konfirmation können zurzeit nicht stattfinden. Taufgottesdienste, Trauungen und Konfirmationen sollen verschoben werden. Die Kirchenleitung weist darauf hin, dass in besonderen Situationen Taufen im häuslichen Rahmen möglich sind.

BESTATTUNGEN

Bestattungen gehören zu den sensibelsten kirchlichen Handlungsfeldern. Aber auch hier gilt, dass grundsätzlich den behördlichen Regelungen zu folgen ist. Gegebenenfalls sind in der nächsten Zeit nur kurze Bestattungsfeiern im engsten Familienkreis (Verwandte ersten Grades) am Grab möglich. Wenn dies so sein sollte, sind auch hier die örtlichen Vorgaben zu beachten. Weitergehende Hinweise zur Trauerbegleitung und Bestattungen werden in einer gesonderten Zusammenstellung gegeben.

GEMEINDESEELSORGE

Die seelsorgerliche Begleitung von Menschen kann und soll weiterhin stattfinden.
Vor einem Hausbesuch soll ggf. geklärt werden,  ob ein Gespräch auch telefonisch geführt werden kann.
Bei Hausbesuchen soll auf die bereits bestehenden Vorsorgemaßnahmen die zur Vermeidung von Ansteckung derzeit im Kontakt mit anderen Personen gelten, geachtet werden. Begrüßungen sollen freundlich sein, aber ohne Händeschütteln oder Körperkontakt. Eine gewisse räumliche Distanz soll gewahrt sein.
Auch bei Geburtstagsbesuchen wird empfohlen, zunächst anzurufen. Ggf. reicht ein Glückwunsch am Telefon oder ein Besuch wird zu einem späteren Zeitpunkt vereinbart.

Für alte und kranke Menschen ist es zu prüfen, ob in der Kirchengemeinde eine „Einkaufshilfe“ angeboten werden kann. Das ist eine Form „diakonischer Seelsorge“ im Sinne einer Nachbarschaftshilfe.
Ggf. können Sprechzeiten von Gemeindepfarrerinnen und Gemeindepfarrern und andere Mitarbeitenden in der Seelsorge ausgeweitet werden. Damit kann signalisiert werden, dass Mitarbeitende in der Seelsorge ansprechbar und erreichbar sind.Alternativ oder additiv können Telefonsprechstunden angeboten werden.
Wenn möglich und gewollt können Seelsorgekontakte auch digital angeboten werden.Hausabendmahls-Feiern können im Einzelfall weiterhin stattfinden, wenn sie gewünscht werden.

Sterbende Menschen, die eine seelsorgliche Begleitung wünschen, sind zu besuchen. Schutzvorkehrungen, wie sie die örtlichen Gesundheitsämter vorgeben, sind zu beachten.
Menschen, die an einer Corona-Infektion gestorben sind, sind zu beerdigen. Bestatter*innen kennen die besonderen Vorsichtsmaßnahmen.

Die Bestatter*innen sind auch informiert, ob und ggf. in welchem Rahmen Aussegnungen derzeit möglich sind.

Beerdigungsgespräche sollten mit höchstens 3-4 Personen stattfinden. Die Beerdigungsgespräche finden möglichst im Amtszimmer oder im Gemeindehaus statt. Die Möglichkeiten telefonischer Absprache sollen genutzt werden.

Ggf. sind nur kurze Bestattungsfeiern am Grab möglich, im engsten Familienkreis (Verwandte 1. Grades). Sollten mehr Personen zur Beerdigung kommen, ist auf die Abstandsregelung hinzuweisen. Die örtlichen Vorgaben müssen beachtet werden.

Stirbt ein Gemeindeglied aus einer Familie, die in Quarantäne ist, ist zunächst telefonisch Kontakt aufzunehmen. Eine Beerdigung kann erst nach dem Ende der Quarantäne erfolgen.
Die Traueransprache kann an die Angehörigen verteilt werden. Auch das ist eine Form von Seelsorge.

AUS DER KRAFT DES EVANGELIUMS MITEINANDER LEBEN

Der Kirchenleitung ist bewusst, dass dies alles sehr schmerzlich ist, hält aber alle Einschränkungen aus Gründen der gegenseitigen Sorge füreinander zurzeit für unumgänglich – auch die des gottesdienstlichen Lebens. Abstand voneinander ist jetzt das Gebot der Stunde.
Dies bedeutet zugleich, nach anderen Formen zu suchen, einander beizustehen und um Kraft aus der Botschaft des Evangeliums zu bitten. Sie rät dazu, im häuslichen Rahmen an Gottesdiensten und Andachten teilzunehmen, die im Rundfunk, Fernsehen und auch im Internet übertragen werden beziehungsweise auf Abruf zur Verfügung stehen. Dazu wird es laufend Informationen geben. Anregungen für die Gestaltung der Karwoche und der Osterfeiertage werden zurzeit erarbeitet. Für einfache häusliche Andachten sei auch ausdrücklich auf die Anleitungen im Evangelischen Gesangbuch auf den hinteren Seiten verwiesen.

Für uns alle ist die gegenwärtige Situation etwas, was wir so bisher noch nicht erlebt haben. Lassen Sie uns alle füreinander beten – um Gottes Kraft und seinen Segen!