Rodau

Geschichte zur Kirchengemeinde in Rodau

Im Jahre 1534 wurde Rodau evangelisch. Hier spielt wohl die Nähe zum protestantischen Zwingenberg, welches in der Landgrafschaft Hessen lag, eine Rolle. So war der erste Pfarrer für Schwanheim und Rodau der Mönch Jorg von Heidelberg aus dem Kloster Lorsch. Er erhielt auf Drängen des hessischen Landgrafen Philipp des Großmütigen vom Abt zu Lorsch die Erlaubnis, das katholische Ordenskleid abzulegen und Schwanheim, Rodau und Großhausen als evangelischer Prediger zu betreuen.

 

Schul-, Bet und Rathaus Rodau

Zentral im alten Ortskern, in der Kurve der Hauptstraße platzierter Bau, errichtet 1810 als zweigeschossiger, regelmäßig gegliederter Fachwerkbau (fünf zu zwei Achsen) über hohem Sockel. Das Erdgeschoss verputzt, im Obergeschoss ein schlichtes, konstruktives Fachwerkgefüge. Kräftig vortretendes, mehrfach profiliertes Traufgesims, im Walmdach kleine Satteldachgaupen. Als Bekrönung ein oktogonales, verschiefertes Glockentürmchen mit geschweifter Haube, hohem Knauf und Wetterfahne. Der über eine zweiläufige Treppe erreichbare Eingang zentral in der Straßenfront, darüber ein Inschriftstein: „Dieses Bet-, Schul- und Radthaus ist erbaut worden im I. 1810 MW P.S.“ Alle Fenster mit schlichten Holzrahmungen und hölzernen Klappläden. Östlich des Gebäudes die Einfahrt mit Sandsteinpfosten, welche profilierte Abdeckplatten aufweisen.

Das im spätbarocken Stil konzipierte Gebäude diente bis 1957 seinem ursprünglichen Zweck. Im Ersten Stockwerk befindet sich der Bet-Saal. Der Saal ist in dieser Art wohl einer der ältesten in Hessen. Noch heute finden jährlich dort die Passionsandachten, der Gottesdienst am Buß- und Bettag und Familiengottesdienste der evangelischen Kirchengemeinde statt.

Textquelle: Landesamt für Denkmalpflege Hessen

 

 

Kapelle in Rodau

Im September 2000 wurde auf Veranlassung der Stadt Zwingenberg eine neue Friedhofskapelle in Rodau errichtet. Entworfen wurde diese von den Architekten Britta und Theo Sartorius. Es wurde die Vereinbarung getroffen, dass zukünftig die Gottesdienste die bisher im Betsaal in Rodau stattfanden nun dort gefeiert werden können. Wie bereits erwähnt, befindet sich der alte Betsaal im Ersten Stock des Rathauses in Rodau und war somit besonders für Gehbehinderte nur schwer erreichbar. Die Kirchengemeinde hat sich daher sehr über das Angebot gefreut, die Gottesdienste nun in der barrierefreien Friedhofskapelle abhalten zu können.

Am 11.09.2011 wurde anlässlich des Festgottesdienstes zum 10-jährigen Jubiläum der Kapelle feierlich das von Drechslermeister Ulrich Heinecker www.bei-mir-gehts-rund.de entworfene Taufgerät seiner Bestimmung übergeben.

 

Bilder vom 10 jährigen Jubiläum